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75 Jahre Franz-Rendtorff-Haus




Am zweiten Wochenende im Juni 2005 feierte das Rendtorff-Haus in Leipzig sein 75jähriges Bestehen. Viele ehemalige Bewohner dieses ehemaligen Wohnheims für Theologiestudenten trafen sich in der heutigen Zentrale des GAW und tauschten viele Erinnerungen aus.
Der ehemalige Generalsekretär des GAW, Pfarrer Hans Wähner, hielt aus Anlass des Jubiläums einen beeindruckenden Vortrag und legte zugleich eine umfangreiche Chronik des Hauses vor.
1930 war das Theologenheim für Theologiestudenten eröffnet worden. Bis zum Jahre 1990 erfüllte es diesen Zweck. Nach der deutschen Einheit wurde es ausschließlich Sitz der Zentrale des GAW.

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Franz-Rendtorff-Haus
 

Die Eröffnung des Hauses war seinerzeit im Jahre 1930 ein lang geplantes Vorhaben für den Gustav-Adolf-Verein, dessen wichtigstes Arbeitsgebiet die Förderung junger evangelischer Theologen aus der Diaspora war. In die 25 komfortabel eingerichteten Arbeitszimmer zogen als erste Stipendiaten aus den USA, der Tschechoslowakei, Siebenbürgen, Lettland, Polen, Russland, Litauen, Jugoslawien und Ungarn ein.
Das Theologenheim wurde nach dem Vorstandsvorsitzenden des Centralvorstandes Franz Rendtorff benannt. Rendtorff war seit 1910 Professor an der Theologischen Fakultät in Leipzig und seit 1916 deren Dekan. 1896 war Franz Rendtorff übrigens Direktor des Predigerseminars in Preetz/Holstein.

Als im Dezember 1943 die GAW-Zentrale bei einem Bombenangriff zerstört wurde, zog man in das Theologenheim in die Pistorisstraße. Daran änderte sich auch nichts zu DDR-Zeiten. 1990 wurde das Haus als Studentenwohnheim endgültig geschlossen – bis zu diesem Zeitpunkt haben in dem Haus 550 Theologiestudenten aus aller Welt gelebt.
Heute sind die Stipendiaten im Evangelischen Studienhaus in Stötteritz untergebracht. Dieses Haus hat das GAW mit erheblichen Mitteln gefördert. Jährlich finden dort bis zu zehn junge Theologen und Theologinnen aus der Diaspora eine Unterkunft und können von dort aus nach einem Sprachkurs ihr Studium an der theologischen Fakultät in Leipzig aufnehmen.
Die Begleitung der jungen Theologen aus der Diaspora wird vom jetzigen Generalsekretär Pfarrer Hans Schmidt übernommen.

Pastor i. R. Uwe Haberland



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