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Jubiläum in Gussew


Pflege in Gussew/Gumbinnen – 20-jähriges Jubiläum des Diakoniezentrums „Haus Salzburg“




Als am 1. Juni 1998 das Diakoniezentrum „Haus Salzburg“ unter großer Anteilnahme aus Deutschland in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht wurde, wusste keiner, dass 20 Jahre danach anlässlich des Jubiläums des Hauses die Anteilnahme ebenso groß sein würde. Über drei Tage stand die Diakonie mit allen Mitarbeitenden im Zentrum der Aufmerksamkeit der Stadt als auch vieler Freunde aus Deutschland. Direktor Alexander Michel hatte ein interessantes Jubiläumsprogramm zusammengestellt, das am Sonntag mit dem Festgottesdienst, in dem auch das neue Pastorenehepaar Natalja Chizhova und Alexey Chizhov von Erzbischof Dietrich Brauer in ihren Dienst eingeführt wurden.

Es wurde natürlich viel zurückgeblickt auf die schwierige Zeit Ende der neunziger Jahre in Russland, mit seinen besonderen Auswirkungen auf die Bevölkerung in Stadt und Land. Damals ging so gut wie nichts mehr. Das System mit seinen tragenden Institutionen Schule, Verwaltung, Krankenhäuser, funktionierte nur noch rudimentär. Löhne und Renten wurden nur mit großer Verspätung ausgezahlt, und wenn das Geld kam, dann hatte es aufgrund des galoppierenden Kursverfalls schnell an Wert verloren. In dieser kritischen Phase wurde das schon einige Jahre zuvor beschlossene Projekt des Baus eines Diakoniezentrums auf dem Grundstück der Salzburger Kirche realisiert und nach nur einjähriger Bauzeit eingeweiht. Schwerpunkt der Arbeit sollte die bitter nötige Pflege der meist bettlägerigen alten Leute in der Stadt und den umherliegenden Dörfern werden. Schwester Erika Zeising aus Bethel wurde von der Stiftung Salzburger Anstalten beauftragt einer Gruppe von Frauen, alle Gemeindeglieder, eine sechsmonatige Grundausbildung im Bereich Altenpflege zu ermöglichen. Bis heute ist ein Großteil der Gruppe ihrer Tätigkeit treu geblieben. Den Frauen wurde im Gottesdienst für ihre Tätigkeit herzlich gedankt.

Weitere Schwerpunkte des Diakoniezentrums „Haus Salzburg“ sind die Schulkinderspeisung und eine jährlich angebotene Freizeit für Kinder mit Einschränkungen.

Das Haus wird finanziell von der Stiftung Salzburger Anstalten in Bielefeld unterstützt. Weitere Einnahmen werden über Spenden erzielt. Darüber hinaus bietet das Haus Gästen die Übernachtungsmöglichkeit an und erzielt damit weitere Einnahmen, die der Diakonie zu Gute kommen.



Nach dem Weggang von Pastorin Elena Kurmyschowa , die seit Juni für die Gemeinden im geografischen Zentrum der Propstei zuständig ist, konnte die vakante Stelle in Gussew neu besetzt werden. Das Pastorenehepaar Natalja Chizhova und ihr Mann Alexey Chizhov sind vor Kurzem aus Odessa in der Ukraine in die Propstei Kaliningrad gekommen und sind nun für die Gemeinde in Gussew, die umliegenden Landgemeinden als auch für die Seelsorge im Altenheim Carl-Blum-Haus zuständig. Sie wurden am 2. Juli im Gottesdienst von Erzbischof in ihren Dienst eingeführt. Da die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine keine Frauenordination vorsieht, konnte Pastorin Natalia Chizhova im Gottesdienst ordiniert werden. In der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Europäischen Russland ist die Frauenordination schon seit vielen Jahren üblich. Bleibt den beiden zu wünschen, dass sie sich in die neue Umgebung gut eingewöhnen und Freude an ihrem Dienst haben.


Bilder aus Gussew

  • Ehepaar Alexey und Natalia Chizhov neben Erzbischof Dietrich Brauer vor der Salzburger Kirche
  • Einfuehrung Pastor Alexey Chizhov
  • Schwester Erika Zeising inmitten der Pflegeschwestern des Hauses Salzburg